Umgang mit Demenz

Als Angehöriger einen Demenzkranken zuhause zu pflegen, gestaltet sich oft schwierig.

Als Kind waren Mutter oder Vater eine Respektperson, Sie haben zu ihnen aufgeschaut. Plötzlich müssen Sie für lhre Eltern Entscheidungen treffen.Dazu kommen Beschuldigungen, die ,,unter die Gürtellinie" gehen.
Das tut weh.

Sie können es nicht glauben, wenn da seltsame Verhaltensweisen auffallen. Wenn die Eltern plötzlich Behauptungen aufstellen, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben, besteht das Bedürfnis, sie auf den Boden der Tatsachen zurückzubringen, falsche Aussagen klarzustellen.

Das funktioniert bei Demenz nicht. lndem Sie den Kranken berichtigen, ihm klarmachen, dass es so nicht stimmt, was er sagt, treiben Sie ihn in die Enge.

Umgang mit Demenz und mit Demenzkranken Menschen
 

Er versucht, einen Schuldigen für das Dilemma zu finden, wird unter Umständen ärgerlich. Wenn das immer wieder vorkommt, entsteht ein Riss in der Beziehung.

Der Demenzkranke hat seine Logik in seinem Verhalten. Jemand, der immer wieder über die Tischdecke streicht oder über seine Hose, ist vielleicht eine gute Hausfrau, will wie früher alles schön saubermachen. Jemand, der unentwegt klopft, möchte vielleicht auf sich aufmerksam machen und kann es mit Worten nicht mehr. Aggressivität ist die Antwort auf Angst, auf Überforderung, die letzte Selbstbehauptung bei soviel Hilflosigkeit.

Wer ständig ruhelos umherläuft, war wahrscheinlich auch früher schon sehr aktiv und fleissig.
Widersprechen Sie dem Demenzkranken nicht, Bleiben Sie ruhig. Versuchen Sie, sich in seine Lage zu versetzen. Finden Sie einen anderen Weg, zu erreichen, was sein muss, wenn der erste Weg nicht geht.

Der Demenzkranke kann nicht aus seiner Situation heraus. Seine einzige Chance ist, dass Sie sich auf seine Ebene begeben. Nehmen Sie nichts persönlich. Beschuldigungen und Beschimpfungen tun weh.
Es tut auch weh, wenn der Kranke seine eigene Familie nicht mehr erkennt. Denken Sie immer daran: Er kann nichts dafür.

Der Demenzkranke möchte verstanden werden. Manchmal ist das schwierig, weil die Möglichkeit zu einem normalen Gespräch fehlt.
Dennoch: Was bei jedem Demenzkranken bis zuletzt bleibt, ist das Gefühl.

Jeder Mensch möchte geliebt werden und ernst genommen, das ist auch bei dem Betroffenen so.
Versuchen Sie, das treibende Gefühl hinter seiner Äußerung zu sehen und reagieren Sie auf dieses treibende Gefühl. Dabei brauchen Sie nicht auf die ausgesprochene Äußerung des dementen Menschen einzugehen.

lch nenne lhnen ein Beispiel:
,,lch muss nach Hause. Die Kinder kommen von der Schule und haben keinen Schlüssel dabei!"

Das treibende Gefühl dahinter ist die Sorge einer guten Mutter. Darauf sollten Sie eingehen. ,,Du bist in Sorge. Ja, eine gute Mutter macht sich ständig Gedanken" - Das ganze können sie mit einem dazu passenden Sprichwort untermalen.
Sprichwörter kennen Demenzkranke Menschen bis weit in die fortgeschrittene Krankheit hinein.
,,Kleine Kinder, kleine Sorgen. Große Kinder, große Sorgen".

Dieser Umgang nennt sich,,Validation" und wird in Pflegeheimen oft angewendet. So funktioniert es oft, den Kranken aus seiner für ihn schwierigen Situation herauszuholen.
Aber auch bei uns klappt es nicht immer. Seien Sie daher nicht frustriert, wenn es nicht funktioniert. Versuchen sie es. Das ist besser, als zu sagen:,, lch bin doch dein Kind. lch bin doch längst erwachsen und habe meinen eigenen Schlüssel" - Widersprechen Sie lhrem Angehörigen nicht.
Wenn für ihn die rote Tischdecke blau ist, dann ist sie eben blau. lhnen tut das doch nicht weh.

Vermeiden sie Vorwürfe. Wenn die Kontrolle über die Blase nach und nach verloren geht, ist dies schon peinlich genug für den Betroffenen. Er wird sagen, dass er das nicht war und nicht weiß, woher die Nässe in seiner Kleidung kommt.
Lassen Sie ihm seine Würde und geben Sie ihm die Chance, andere Umstände dafür verantwortlich zu machen. Vielleicht hat es reingeregnet, der Becher ist umgekippt oder Sie haben ganz vergessen zu sagen, dass Sie gerade an der Stelle gewischt haben, auf der lhr Angehöriger gerade saß.
Das entspannt die Situation und der Kranke muss nicht versuchen sich zu rechtfertigen.

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